Der NPD-Aufmarsch am 11.10.2014 hat in Stralsund eine breite Welle des Widerstandes ins Rollen gebracht. Viele Gegenaktionen, Mahnwachen und Feste kennzeichneten das Stadtbild. So viele Menschen waren unterwegs, um zu zeigen: Stralsund will die NPD nicht in ihrer Stadt! 
 
Jedoch gab es auch sehr unschöne und bedrohliche Situationen: Am Olof-Palme-Platz hatten sich am Abend hunderte von Gegendemonstranten versammelt, um die NPD friedlich am Weitermarschieren durch die Altstadt zu hindern. Dass die Polizei den Nazi-Marsch dann umleitete, ist eine tragbare Entscheidung. Weit weniger vernünftig war allerdings das Einkesseln der friedlichen Gegendemonstranten. Und nicht zu verstehen ist, dass diese zum Teil ohne Not grob in den "Kessel" geschubst und zusammengedrängt wurden. Viele ängstliche und verstörte Gesichter bei den Teilnehmern. Nur ihrer Umsicht ist es zu verdanken, dass eine größere Panik nicht entstanden ist. 
 
"Es kann nicht sein, dass man Gegendemonstrationen behindert, um den Nazis einen Marsch durch die gesamte Altstadt zu ermöglichen." so Sonja Steffen, Mitglied des Bundestages und Wahlkreisabgeordnete. "Der Landkreis und allen voran der Landrat hätte diese Eskalationen verhindern können. Einmal mutig sein und die Demonstration der NPD verbieten aus Gründen der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Oder zumindest auf ein Mindestmaß einschränken. Anstatt einen Aufmarsch in einem riesengroßen Zeitraum von 17 Uhr bis 23.30 Uhr durch die gesamte Altstadt zu erlauben und sich anschließend einen schlanken Fuß zu machen." Die Polizei musste ausbaden, was der Landrat versäumt hatte. Und es entstand auch hier der Eindruck, dass es bei der Umsetzung Versäumnisse und Unsicherheiten gab.
 
"Dennoch ein guter Tag für Stralsund! Wir haben den Nazis deutlich vor Augen geführt, dass sie in unserer Stadt nichts zu suchen haben." so Sonja Steffen.