Werft_171110Der Termin für die Demo gegen die Kürzung der Werften-Förderung vor dem Stralsunder Werfttor stand schon lange fest. Entschärft wurde der Aufruhr durch eine Zeitungsmeldung vom selben Tag in der überregionalen Ostsee-Zeitung: "Millionen-Auftrag für die Volkswerft". Als sei es ein Zufall wurde darin mitgeteilt, dass die Stralsunder Werft den Zuschlag für den Bau von zwei Frachtern für die dänische DFDS-Reederei erhalten hat. Erleichterung also bei allen Beteiligten von der Geschäftsführung des P+S-Werftenverbunds über die Gewerkschaft IG Metall bis zu den Arbeitern. Für sie bedeutet das ein Jahr lang Vollbeschäftigung.

Dennoch ging es bei dieser von der IG Metall organisierten Demonstration um die Kürzung des Deutschlandfonds. Das im Rahmen des Konjunkturpakets II eingeführte Kredit- und Bürgschaftsprogramm hatte die meisten deutschen Werften im Zuge der Wirtschaftskrise vor dem totalen Bankrott gerettet. Zum Ende des Jahres läuft diese Förderung aus. Das war ein Grund für die Belegschaft geschlossen vor das Werfttor zu treten.

Werften_Sonja_Steffen_171110Der andere ist der, dass Wirtschaftsminister Brüderle es abgelehnt hat, sich auf nationaler und europäischer Ebene für die Weiterführung des Fonds einzusetzen. Vielmehr geht der FDP-Politiker davon aus, dass die Wirtschaftskrise überwunden ist und die Werften somit aus allen Schwierigkeiten heraus seien.

Mein Statement richtete sich denn auch an die Arbeiter der Werft, weiterhin zusammen zu stehen und in ihren Forderungen an die Bundesregierung nicht locker zu lassen. Als Mitglied der Küstengang der SPD-Bundestagsfraktion sicherte ich ihnen und der IG Metall meine volle Unterstützung zu.